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Ach, dieser März...

Ach, dieser März…

Es erfasst mich wieder, durchdringt mich. Was ist das für eine innere Unruhe?

Eine angenehme, erneuernde , nach vorne strebende heitere Unruhe!

Ich stehe vor den kleinen Bäumen. Oft habe ich im Winter vor ihnen gestanden und sie in ihrer Winterruhe betrachtet.

Ich habe versucht sie zu verstehen und ihre Ruhe zu ergründen. Aber wo war meine Winterruhe, mein Erneuern, mein Verharren, um neue Kraft zu schöpfen.

In meinem Alltag verlief alles so gleich. Die Natur habe ich außer Acht gelassen. Die Kälte hat mich nicht zur Ruhe gebracht. Längere, erneuernde Pausen gab es nicht..

Aber jetzt im März erfasst es mich wieder, oh, diese schöne Unruhe. Woher habe ich nur dieses Gefühl, diese Sicherheit, dass in ein paar Wochen, Tagen alles wieder erwacht, lebt und grün wird.

Ich sehe schon das unbeschreiblich zarte Grün des Fächerahorns und die wie in einem Schwall nach außen  fließenden Blätter der Kerbbuche.

Das gibt Mut auszuhalten, gibt Kraft zu bestehen, sich selbst zu vervollkommnen und zur Reife zu bringen.

Ach, dieser März, diese noch in der Winterruhe stehenden Bäume in der Schale. Aber ist es nicht gerade dieser Augenblick, jetzt und hier.

Ist dieser Augenblick nicht noch höher einzuschätzen als der Frühling selbst?

Dieses Erwarten, Sehnen, Erhoffen nicht köstlicher?

Ist nicht dieser Augenblick die Reife, die ich suche?

 

Und, würde ich alles verstehen, was bliebe noch?

Ach, dieser März…

jap. Hainbuche


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